PEG-Sonde

Definition

PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie) – kurz erklärt

Eine PEG-Sonde ist ein künstlich geschaffener Zugang durch die Bauchwand direkt in den Magen. Sie dient der langfristigen Sicherstellung der enteralen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, wenn eine natürliche Nahrungsaufnahme über den Mund nicht mehr ausreichend möglich ist.

  • Hauptaufgabe: Zufuhr von Sondennahrung, Flüssigkeit und Medikamenten.
  • Verfahren: Ein minimalinvasiver Eingriff mittels Endoskopie (Magenspiegelung).
  • Wichtig für: Patienten mit Schluckstörungen (Dysphagie), neurologischen Erkrankungen oder Tumorleiden.

Was ist eine PEG-Sonde und wann wird sie medizinisch notwendig?

Der Begriff PEG-Sonde steht für „perkutane endoskopische Gastrostomie“. „Perkutan“ bedeutet „durch die Haut“, „endoskopisch“ weist auf das Verfahren der Magenspiegelung hin und „Gastrostomie“ bezeichnet die operative Eröffnung des Magens nach außen. In der modernen Medizin hat die PEG-Sonde die klassische, durch die Nase eingeführte Magensonde bei einer geplanten Langzeitversorgung fast vollständig abgelöst, da sie für den Patienten deutlich komfortabler ist und das Risiko für Druckgeschwüre in der Speiseröhre minimiert.

Die Entscheidung für eine PEG-Sonde wird immer dann getroffen, wenn abzusehen ist, dass ein Patient für einen Zeitraum von mehr als zwei bis drei Wochen keine ausreichende Nahrung oder Flüssigkeit auf natürlichem Weg zu sich nehmen kann. Dies ist häufig bei neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall, ALS, Multipler Sklerose oder fortgeschrittener Demenz der Fall. Auch bei Tumoren im Bereich des Halses oder der Speiseröhre ist die PEG-Sonde ein essenzielles Hilfsmittel, um den Ernährungszustand des Patienten zu stabilisieren und die Genesung zu unterstützen.

Der Eingriff: Wie wird eine PEG-Sonde gelegt?

Das Legen einer PEG-Sonde ist heute ein Routineeingriff, der in der Regel unter kurzer Sedierung oder örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Mittels eines Endoskops sucht der Arzt im Magen eine geeignete Stelle an der Bauchwand. Durch eine kleine Punktion von außen wird ein dünner Faden in den Magen geführt, vom Endoskop gegriffen und durch den Mund herausgezogen. An diesem Faden wird die PEG-Sonde befestigt und durch die Speiseröhre in den Magen und schließlich durch die Bauchwand nach außen gezogen.

Eine innere Halteplatte sorgt dafür, dass die PEG-Sonde nicht herausrutschen kann, während eine äußere Halteplatte die Sonde fixiert. Dieses Verfahren wird als „Faden-Durchzugsmethode“ bezeichnet. Es ist besonders gewebeschonend und ermöglicht es, dass der Patient oft schon wenige Stunden nach dem Eingriff die erste Flüssigkeit über die neue PEG-Sonde erhalten kann.

PEG-Sonden-Pflege: Hygiene als oberstes Gebot

Damit die Eintrittsstelle (das Stoma) der PEG-Sonde dauerhaft entzündungsfrei bleibt, ist eine akribische Pflege unerlässlich. In den ersten Tagen nach dem Eingriff erfolgt ein täglicher Verbandwechsel unter sterilen Bedingungen. Sobald der Stichkanal nach etwa zwei Wochen stabil verheilt ist, reicht eine Reinigung mit klarem Wasser oder einer milden Seifenlösung aus. Ein entscheidender Teil der täglichen Routine ist das sogenannte „Mobilisieren“ der PEG-Sonde.

Beim Mobilisieren wird die PEG-Sonde nach dem Lösen der Fixierung vorsichtig etwa zwei bis drei Zentimeter in den Magen hineingeschoben und um die eigene Achse gedreht. Dies verhindert, dass die innere Halteplatte mit der Magenschleimhaut verwächst – ein Komplikationsbild, das Mediziner als „Buried-Bumper-Syndrom“ bezeichnen. In der außerklinischen Intensivpflege übernehmen unsere Fachkräfte diese spezialisierte Aufgabe im Rahmen der Behandlungspflege, um Infektionen und Komplikationen proaktiv zu vermeiden.

Ernährungsmanagement über die PEG-Sonde

Die Ernährung über eine PEG-Sonde erfolgt mit spezieller Sondennahrung, die alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien in flüssiger Form enthält. Je nach Bedarf des Patienten kann die Nahrung entweder portionsweise über eine Spritze (Bolus-Gabe) oder kontinuierlich über eine Ernährungspumpe verabreicht werden. Die Pumpe sorgt für eine gleichmäßige Zufuhr über mehrere Stunden, was oft besser verträglich ist und das Risiko für Durchfälle oder Übelkeit senkt.

Ein kritischer Punkt bei der Nutzung einer PEG-Sonde ist die ausreichende Spülung. Vor und nach jeder Nahrungs- oder Medikamentengabe muss die Sonde mit ca. 20 bis 40 ml stillem Wasser oder Tee gespült werden. Dies verhindert Verstopfungen durch Nahrungsreste oder Medikamentenausfällungen. In unserem Pflege-Glossar finden Sie weitere nützliche Begriffe rund um das Thema enterale Ernährung.

Zahlen, Daten, Fakten zur Versorgung mit einer PEG-Sonde

  • In Deutschland werden jährlich etwa 140.000 bis 160.000 PEG-Sonden neu gelegt.
  • Die durchschnittliche Liegezeit einer PEG-Sonde aus Polyurethan oder Silikon beträgt mehrere Jahre.
  • Komplikationen wie Infektionen treten bei fachgerechter Pflege in weniger als 5 % der Fälle auf.
  • Eine PEG-Sonde kann bei einer Erholung der Schluckfunktion jederzeit problemlos wieder entfernt werden.
  • Die Kosten für die Sonde, die Nahrung und das Zubehör werden bei medizinischer Notwendigkeit vollständig von der Krankenkasse übernommen.

Mögliche Komplikationen und wie man sie vermeidet

Obwohl die PEG-Sonde ein sehr sicheres Hilfsmittel ist, können Probleme auftreten. Häufige Symptome sind Rötungen oder Granulationsgewebe (sogenanntes „wildes Fleisch“) am Stoma. Dies ist oft eine Reaktion auf Feuchtigkeit oder mechanische Reizung durch eine zu lockere Fixierung. Hier helfen spezielle Schlitzkompressen oder Silbernitratstifte, die in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden.

Ein weiteres Risiko bei der Nutzung einer PEG-Sonde ist die Aspiration, also das versehentliche Einatmen von Mageninhalt. Um dies zu verhindern, sollte der Oberkörper des Patienten während der Nahrungsaufnahme und bis zu 30 Minuten danach um mindestens 30 Grad hochgelagert werden. Wenn die PEG-Sonde undicht wird, ist schnelles Handeln gefragt. Bei IHC24 sind wir auf solche Situationen vorbereitet.

Lebensqualität und ethische Aspekte

Die Entscheidung für oder gegen eine PEG-Sonde hat oft eine ethische Dimension, insbesondere in der End-of-Life-Care. Hier ist es wichtig, den Patientenwillen – idealerweise dokumentiert in einer Patientenverfügung – zu berücksichtigen. Eine PEG-Sonde sollte die Lebensqualität verbessern und Leiden lindern, nicht jedoch einen natürlichen Sterbeprozess künstlich in die Länge ziehen. Eine fundierte Pflegeberatung kann Familien dabei helfen, die Vor- und Nachteile individuell abzuwägen.

Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Sanitätshäusern und IHC24

Die optimale Versorgung eines Patienten mit einer PEG-Sonde erfordert ein funktionierendes Netzwerk. Der behandelnde Facharzt verordnet die Sondennahrung, ein spezialisiertes Sanitätshaus liefert das Zubehör und wir als Pflegedienst stellen die fachgerechte Anwendung sicher. Wir überwachen regelmäßig das Gewicht des Patienten und passen in Rücksprache mit Ernährungsberatern die Kalorienzufuhr über die PEG-Sonde an.

Haben Sie Fragen zur Versorgung mit einer PEG-Sonde?
Ob es um die erste Einweisung in die Technik, die tägliche Pflege oder die Beantragung von Leistungen geht – wir stehen Ihnen zur Seite. Unsere Experten für außerklinische Intensivpflege sorgen dafür, dass die künstliche Ernährung für Sie oder Ihren Angehörigen so sicher und komfortabel wie möglich ist.

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