Neuromuskuläre Erkrankungen in der Intensivpflege

Neuromuskuläre Erkrankungen können Muskelkraft, Beweglichkeit, Schlucken und Atmung beeinträchtigen. IHC24 begleitet Menschen mit erhöhtem Unterstützungs- oder Beatmungsbedarf fachlich sicher und individuell im eigenen Zuhause.

Orientierung für Betroffene und Angehörige

Wenn die Muskelkraft im Alltag nachlässt

Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen je nach Krankheitsbild die Muskeln, die motorischen Nervenzellen, die peripheren Nerven oder die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel. Gemeinsam ist ihnen, dass Muskelkraft und Beweglichkeit abnehmen können. Auch das Sprechen, Schlucken und die Atmung können beeinträchtigt sein.

Wenn die Atemmuskulatur schwächer wird, kann das selbstständige Atmen zunehmend schwerfallen. Gleichzeitig können ein schwächerer Hustenstoß, Probleme beim Abhusten von Sekret oder Schluckstörungen zusätzliche Risiken verursachen. Je nach Erkrankung und persönlicher Situation können eine nicht invasive Beatmung, eine invasive Beatmung über ein Tracheostoma oder eine engmaschige Überwachung notwendig werden.

Die außerklinische Intensivpflege schafft die Voraussetzungen dafür, dass Menschen mit einem hohen medizinischen und pflegerischen Unterstützungsbedarf auch außerhalb einer Klinik fachgerecht begleitet werden können. Entscheidend ist dabei nicht allein die Diagnose, sondern die individuelle gesundheitliche Situation im Alltag.

Die medizinische Ausrichtung passt zu den Informationen der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke: Muskelschwäche gehört zu den zentralen Merkmalen neuromuskulärer Erkrankungen; bei verschiedenen Krankheitsbildern können außerdem Atemmuskulatur, Hustenstoß und Schluckfunktion betroffen sein.

Ältere Patientin mit Atemunterstützung wird von einer Pflegefachkraft in mittelblauer Kleidung zu Hause begleitet.
Transparenter menschlicher Oberkörper mit hervorgehobener Muskulatur

Neuromuskuläre Erkrankungen

Wenn Muskeln und Atmung schwächer werden

Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen Muskeln, Nerven oder motorische Nervenzellen. Viele dieser Erkrankungen können im Verlauf zu Atemstörungen führen, weil nicht die Lunge selbst, sondern die Atemmuskulatur geschwächt ist. Das betrifft Einatmung, Husten, Sekretmanagement und teilweise auch das Offenhalten der oberen Atemwege.

Typische Krankheitsbilder

Amyotrophe Lateralsklerose ALS

ALS kann die Atemmuskulatur zunehmend schwächen. Viele Betroffene benötigen im Verlauf Beatmungsunterstützung und eine eng abgestimmte Versorgung.

Muskeldystrophien

Bei Muskeldystrophien nimmt die Muskelkraft fortschreitend ab. Je nach Ausprägung können Mobilität, Hustenstoß und Atmung betroffen sein.

Morbus Duchenne

Diese Form der Muskeldystrophie beginnt meist im Kindesalter und kann später eine intensive Unterstützung der Atmung erforderlich machen.

Mehr dazu

Spinale Muskelatrophie SMA

SMA kann zu ausgeprägter Muskelschwäche führen. Besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen kann eine spezialisierte Pflege und Atemunterstützung notwendig sein.

Myasthenia gravis

Bei schweren Verläufen kann es zu Muskelschwäche kommen, die auch Atmung und Schlucken betrifft.

Guillain Barré Syndrom

In schweren akuten Verläufen kann eine vorübergehende oder längerfristige intensivpflegerische Versorgung notwendig werden.

Morbus Pompe

Die seltene Stoffwechselerkrankung kann Muskeln und Atmung betreffen und dadurch intensive Versorgung erforderlich machen.

Polyneuropathie mit schwerem Verlauf

Bei schweren Polyneuropathien können Nerven und Muskeln so beeinträchtigt sein, dass Bewegung, Kraft und teilweise auch Atmung oder Schlucken betroffen sind.

 

Post Polio Syndrom

Das Post Polio Syndrom kann Jahre nach einer früheren Kinderlähmung zu neuer Muskelschwäche, Erschöpfung und Atemproblemen führen. In schweren Fällen entsteht intensiver Pflegebedarf.

Jede Erkrankung verläuft anders

Der persönliche Unterstützungsbedarf entscheidet

Neuromuskuläre Erkrankungen können sehr unterschiedlich verlaufen. Während manche Betroffene über einen langen Zeitraum weitgehend selbstständig bleiben, benötigen andere zunehmend Unterstützung bei der Mobilität, beim Schlucken, bei der Atmung oder bei alltäglichen Aktivitäten.

Zu den möglichen intensivpflegerischen Anforderungen gehören beispielsweise:

Deshalb richtet IHC24 die Versorgung nach dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf, den medizinischen Anforderungen und der persönlichen Lebenssituation aus. Pflegerische Abläufe werden gemeinsam mit den beteiligten Ärzten, Therapeuten, Betroffenen und Angehörigen abgestimmt.

Pflegefachkraft in mittelblauer Kleidung betreut einen älteren beatmeten Patienten mit Tracheostoma im häuslichen Umfeld.
Warum IHC24?

Fachkompetenz bei neuromuskulären Erkrankungen

Die Versorgung von Menschen mit eingeschränkter Atmung verlangt Aufmerksamkeit, Erfahrung und einen sicheren Umgang mit Beatmung und Atemwegsmanagement. Unsere Pflegefachkräfte begleiten Betroffene im Alltag und sorgen für verlässliche Abläufe im häuslichen Umfeld.

Atem- und Beatmungskompetenz

Unsere Pflegefachkräfte begleiten Menschen mit nicht invasiver oder invasiver Beatmung fachkundig und aufmerksam im Alltag.

Atmung und Sekret
im Blick

Atmung, Hustenstoß, Sekret und gesundheitliche Veränderungen werden sorgfältig beobachtet und professionell begleitet.

Individuelle
Versorgung

Die Pflege orientiert sich am Krankheitsverlauf, dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf und der persönlichen Lebenssituation.

Persönliche Beratung

Gemeinsam die passende Versorgung organisieren

Ob nach einem Klinikaufenthalt, bei einer neuromuskulären Erkrankung oder bestehender Beatmung: Wir besprechen Ihre Situation persönlich und unterstützen Sie dabei, eine sichere Versorgung im eigenen Zuhause zu organisieren.
Lächelnde Pflegefachkraft in mittelblauer Arbeitskleidung im Empfangsbereich von IHC24.
Häufige Fragen

Antworten zu neuromuskulären Erkrankungen

Neuromuskuläre Erkrankungen stellen Betroffene und Angehörige häufig vor medizinische, pflegerische und organisatorische Fragen. Hier finden Sie kompakte Antworten zur außerklinischen Intensivpflege, Beatmung und individuellen Versorgung.

Ihre Frage war nicht dabei?

Neuromuskuläre Erkrankungen sind Erkrankungen, die die Muskeln, die motorischen Nervenzellen, die peripheren Nerven oder die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln betreffen. Typische Folgen können Muskelschwäche, eingeschränkte Beweglichkeit und eine zunehmende Erschöpfbarkeit sein. Je nach Krankheitsbild können auch das Sprechen, Schlucken und die Atmung beeinträchtigt werden.

Eine außerklinische Intensivpflege kann erforderlich sein, wenn der Gesundheitszustand kontinuierlich beobachtet werden muss und bei kritischen Veränderungen eine sofortige pflegerische oder medizinische Intervention notwendig werden kann. Das kann beispielsweise bei einer Beatmung, einem Tracheostoma, ausgeprägter Atemmuskelschwäche oder einem hohen Risiko für Atemwegsprobleme der Fall sein.

Nicht allein die Diagnose entscheidet über den Anspruch, sondern der konkrete Bedarf an medizinischer Behandlungspflege und Interventionsbereitschaft.

Dazu gehören beispielsweise Amyotrophe Lateralsklerose, Muskeldystrophien, Spinale Muskelatrophie, Myasthenia gravis, schwere Verläufe des Guillain-Barré-Syndroms, Morbus Pompe, Polyneuropathien und das Post-Polio-Syndrom. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Erkrankung, sondern welche Einschränkungen und medizinischen Anforderungen tatsächlich bestehen.

Bei einigen neuromuskulären Erkrankungen können das Zwerchfell und weitere Atemmuskeln zunehmend an Kraft verlieren. Dadurch kann die Atmung flacher werden und der Körper unter Umständen nicht mehr ausreichend belüftet werden. Auch ein schwächerer Hustenstoß kann das Abhusten von Sekret erschweren. Die Atemfunktion sollte deshalb regelmäßig fachärztlich beurteilt werden.

Abhängig von der ärztlichen Verordnung und dem individuellen Bedarf können unter anderem die Überwachung der Atmung, der fachgerechte Umgang mit Beatmungsgeräten, Tracheostomapflege, Sekretmanagement, Absaugen, Unterstützung beim Abhusten, Behandlungspflege sowie das Erkennen kritischer Veränderungen zur Versorgung gehören.

Ja. Wenn die medizinischen, pflegerischen und organisatorischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine außerklinische Intensivpflege auch im eigenen Zuhause erfolgen. Die Versorgung wird individuell geplant und mit den behandelnden Ärzten, Therapeuten, Kostenträgern und weiteren beteiligten Stellen abgestimmt.

Ja. Angehörige können entsprechend den Wünschen der betroffenen Person in die Versorgung und deren Organisation einbezogen werden. IHC24 erklärt wichtige Abläufe verständlich und schafft feste Ansprechpartner für pflegerische und organisatorische Fragen.

Melden Sie sich bei uns

Persönliche Gespräche sind doch immer am Besten.

Kontaktieren Sie uns gerne persönlich und vereinbaren Sie einfach einen Beratungstermin. Gerne auch bei Ihnen vor Ort.​

Gerne auch telefonisch

(0209) 58904489